BaustrahlerKamerablitzeStudioblitze

Licht ist nicht gleich Licht!

In der Fotografie unterscheidet man das Licht nach seinem Spektrum und gibt dazu Richtwerte in Kelvin an. Das Tageslicht z.B. hat im Mittel eher eine Farbtemperatur von 5400 Kelvin, eine Kerze oder ein Lagerfeuer liegt bei etwa 2500 Kelvin, die klassische Glühbirne bei etwa 3300 Kelvin und das neue LED-Licht liegt oft deutlich über 6000 Kelvin.
Dieses Spektrum müssen wir Fotografen nicht auswendig lernen, aber wir sollten die Unterschiede kennen. Bei den kleinen Urlaubskameras gibt es dazu Symbole für "Sonne" oder "Schattenbereiche". Die Menüs der größeren Digitalkameras zeigen die Kelvinzahlen und bieten damit sehr feine Korrektureinstellungen oder aber auch kreative Auswahloptionen für Farbstimmungen eines Bildmotivs.

Wer also sein Bildmotiv aufhellen oder gar komplett ausleuchten muß, der muß sich dazu Gedanken machen. Oft beginnt es mit billigen Baustrahlern aus dem Baumarkt. Die liefern viel Licht mit ihren großen Halogenbrennern, werden aber sehr heiß (Verbrennungsgefahr!) und damit läßt sich das Licht kaum ausrichten oder formen. Auch dimmen ist kaum möglich. Dazu liefern diese Halogenstrahler rund 3300 Kelvin, das entspricht einer rötlichen Bildstimmung (wenn man es nicht korrigiert).

Ausklappbare Kamerablitze oder Aufsteckblitze liefern rund 5500 Kelvin, was ungefähr einer natürlichen Tageslichttemperatur entspricht. Aber diese Blitze haben den Nachteil, dass man das Licht schlecht ausrichten kann (Rote-Augen-Effekt), es ist sehr hart; d.h. im Vordergrund ist eine Person oft hoffnungslos überstrahlt, wohingegen der Hintergrund oft in der Dunkelheit "absäuft".

Das Beste ist dann also der Studioblitz. Er hat ein Einstellicht (Pilotlicht), damit kann man vor der Aufnahme recht gut die Lichtwirkung beurteilen. Es lassen sich verschiedene Lichtformer anbringen, die das Licht wahlweise eng und hart bündeln oder groß und weich streuen. Mit Waben lässt es sich eng zusammenfassen. Das Einstellicht hat zwar auch "nur" 3300 Kelvin, dient aber nur zur Beurteilung der Lichtcharackteristik. Das Foto wird dann mit der Blitzröhre belichtet, die ein nahezu natürliches Licht um 5500 Kelvin liefert.